Es kommt einem erst komisch vor, diesen Satz zu hören. „Freiheit ist die Freiheit des Andersdenkenden.“ Weil, warum sollte mir die Freiheit einer Person, die ich nicht mag, am Herzen liegen? Wieso sollte ich diese Person in Sicherheit wollen oder gar wünschen, dass sie es leicht hat? Je länger ich darüber nachdenke, umso komischer fühlt es sich an. Also, wünsche ich jemandem Schlechtes, weil er* nicht meiner Meinung ist? Ich wünsche ihm* Ungunst, weil er* eine andere politische Meinung vertritt? Das klingt schon ziemlich unmenschlich.
Klar, bei einem orangefarbenen Präsidenten, der keine Lippen hat, ist es schwer, Menschlichkeit zu sehen oder diese selbst zu wahren. Aber dieser Mensch möchte selbst nicht an dein Wohl denken, er denkt nur an Macht. Er unterdrückt viele verschiedene Gruppen, von denen manche auch einander nicht mögen.
Aber jemand, der schlicht einem anderen Glauben oder einer anderen Ansicht angehört, weil er von woanders kommt? Für ihn* bin ich doch genauso anders, wie er* für mich. Obere Machtgefüge führen zu Verschwörungen und Kriegen; Ideologien machen uns verrückt und lassen uns vergessen, dass wir alle von derselben Erde stammen und aus ihr gemacht sind.
Ich möchte, dass meine Menschlichkeit und mein Dasein anerkannt werden. Man muss mir ja dazu gar nicht zustimmen. Wieso tun wir uns so schwer damit, warum sind wir so stolz. Was haben wir errungen um wirklich stolz drauf zu sein? Ich glaube, Liebe, Hoffnung und Harmonie sind Dinge, auf die wir stolz sein können. Aber wie soll das gehen, wenn wir diese Dinge nicht alle fühlen dürfen? Warum gönnen wir uns diesen Sieg, aber nicht auch allen anderen? Ich glaube, das ist ein Problem. Denn Glückseeligkeit sollte nicht mit Arroganz verbunden sein.
Wenn wir uns die Geschichte mal ansehen ist eines klar: Krieg hat immer mit Menschen existiert. Seit es uns gibt, gibt es auch Misere. Nie haben wir es geschafft, miteinander klarzukommen und noch nie gab es Frieden. Der Krieg, egal ob nah oder fern, hat jedes Leben irgendwie geprägt. Manche interessiert es kaum, manche lassen sich vom Leid konsumieren. Manche kämpfen und manche sind stark. Aber es gibt auch Menschen die so tun, als könnten sie nicht mehr tun. Ja, es gibt Menschen die dir erklären, warum sie nicht auf eine bestimmte Cola-Marke verzichten können, obwohl sie dies gern tun würden. Komisch oder? Das Leben ist so absurd.
Aber um zurück auf den Punkt zu kommen: Unterdrückung ist facettenreich, unsere Sinne sind benebelt und betäubt. Wir mögen nicht alles verstehen aber das ist in Ordnung. Das ist menschlich. Niemand zwingt uns, alles zu verstehen; wir sind nicht einmal gezwungen es zu versuchen. Das einzige, was wir erbringen müssen, ist Respekt und Toleranz. Zwei Empfindungen, die von einer ganz besonderen, plumpen, zwischenmenschlichen Liebe geprägt sind.
Wenn wir uns nicht verstehen, bringt Hass uns nicht voran und hat nur mehr Unterdrückung als Konsequenz. Komisch, oder? Wir sind eine unterdrückte Minderheit aber tun alles dafür, über einer anderen Minderheit zu stehen. Gott hat den Menschen erschaffen, damit dieser seine Prüfung beschreiten kann, indem er das beste daraus macht.
Wie lange soll es also so weiter gehen? Hoffnung darf niemals sterben, Hoffnung auf Frieden und Liebe.
Denn solange es Krieg gibt, gibt es auch das Streben zu Überleben. Solange diejenigen, deren Augen voller Trauer sind noch hoffen, dürfen wir es nicht wagen aufzugeben. Denn wir schulden ihnen den Kampf. Ob mit Wörtern oder Taten, die Sturheit und der Hass kann nicht siegen. So schaffen wir es, die Schönheit des Lebens aufrechtzuerhalten und sie zu schätzen. Das Leben ist schwer, ja. Aber ein Leben, in dem sogar Andersdenkende gemeinsam gegen Krieg und Genozid demonstrieren ist ein Leben, in dem wir einander verstehen können und sollten. Wer gegen sein Unrecht kämpft, möchte Frieden.
Also wie soll ich glücklich und friedlich sein, wenn mein Tun andere unterdrückt?

Was sind eure Gedanken?