Heute ist gutes Wetter, heute sind die Menschen glücklich. Ich sitze drinnen und arbeite, sehe dabei aber die Studierenden auf dem Gelände lachen und bin froh. Die kleinsten Dinge machen schon einen großen Unterschied. Die Sonne lacht uns an, sorgt für einen angenehmen Austausch. So viele von uns leben jeden Tag mit Stress und Druck: was soll aus mir werden? Wie soll ich so weiterleben, kann ich so weiterleben? Niemand scheint uns helfen zu können, zumindest denken wir das. Aber an Tagen wie heute sieht es ganz anders aus.

Jeden Tag haben wir im Hinterkopf, wie sehr die Welt leidet. Sogar das Scheinen der Sonne ist eigentlich nicht immer gut, denn sie wird immer praller, immer gefährlicher. Sie war noch nie sicher, aber sie wird nicht gut zu uns sein, weil wir sie lieben. So funktioniert sie nicht. Sie schadet den Menschen und Tieren, auch der Natur. Aber können wir es ihr vorwerfen?

Jahrelang haben wir gelebt, wie wir gerade wollten. Waren zu dumm zu verstehen, dass der Mensch die Natur lieben und pflegen muss, dass es etwas bedeutet, dass Pflanzen leben. Denn jedes Lebewesen wird irgendwann nicht mehr akzeptieren, wenn man immer wieder respektlos mit ihm umgeht.

Jeden Tag denken wir an Krieg und Nöte, an verhungernde Kinder und Atombomben, die uns erwarten könnten. Früher hörte man in Deutschland oft „Solange es nicht hier passiert, kann es mir doch egal sein.“ Hat diese Aussage uns zu guten Menschen gemacht? War Krieg moralisch nicht verwerflich, als er uns nicht betraf? Jetzt interessieren wir uns doch für ihn, jetzt sind die Flüchtlinge weiß und integriert. Es ist alles so obszön mitanzusehen.

Jeder Geflohene hat das Recht zu Überleben und zu Leben. Niemand sollte um Hilfe betteln müssen. Niemand sollte im Krieg entmenschlicht werden. Aber dennoch ist es dem Menschen egal geworden, dass Kinder Gliedmaßen verlieren, weil sie nicht als Menschen gesehen werden. Politiker und auch Menschen, die nicht im öffentlichen Leben stehen, sagen dies ohne Scham und stehen dazu. Das Leben ist unglaublich unreal.

Wenn man mit solchen Dingen konfrontiert ist, kann das Leben schnell komisch wirken. Und deprimierend.

Aber die Sonne, die heute scheint, macht mich dennoch glücklich.

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